45 Jahre Verein für Naturpflege Hirschberg e.V.
|
Verein für Naturpflege Hirschberg e. V.
|
|
Apfelernte auf dem Lettengrundstück
Gemeinsam mit sechs Naturfreunden hat Dr. Alfred Stephan im
November 1980 den lokalen Verein für Hirschberg und Umgebung
gegründet. Er hatte 32 Jahre den Vorsitz inne, seit 2012 war
Hartmut Kowalinski für zehn Jahre in seiner Nachfolge tätig, nun
im dritten Jahr ist Gila Frank die erste Vorsitzende. Mit ca. zehn
aktiven Mitgliedern sind wir ganzjährig in freudvoller
und gesunder Tätigkeit in der Natur auf unseren ausgedehnten
Grundstücken im Einsatz. Leider ist auch wie in den meisten Vereinen
die Mitgliederzahl altersbedingt rückläufig, wir freuen uns über
jede Kontaktaufnahme, sind offen für alle Altersgruppen, mit und
ohne Vorkenntnisse.
Das uns wichtigste Arbeitsgebiet ist die Erhaltung der für unsere
Bergstraßenlandschaft charakteristischen Streuobstwiesen und
Kalkmagerrasen.
Auf unseren zwei Hangwiesen und der Streuobstwiese in der
Ebene bewahren wir durch ein- bis zweimaliges Mähen
und Abrechen der Mahd den Lebensraum von Graslilie, Kartäusernelke,
großem Ehrenpreis, Kalkaster, Wundklee, weißer und blauer Skabiose,
Flockenblume. Neben den oben genannten bilden über
hundert weitere Blühpflanzen auf den von uns gepflegten Biotopen
die Nahrungsgrundlage für Schmetterlinge, andere Insekten
und wirbellose Tiere, die ihrerseits wieder Glieder
für Nahrungsketten darstellen. Wie wichtig speziell dieser
Tätigkeitsbereich für uns alle ist, zeigen die
verheerenden Zahlen über den Rückgang der Insekten
und anderer Tiere, so auch der Vögel.
Der Vogelschutz in Nisthöhlen war bereits unser allererstes Arbeitsgebiet.
Im vergangenen Jahr betreuten wir 132 Nistkästen
auf den eigenen Grundstücken und in Absprache mit
der Forstverwaltung im Gemeindewald. Im Winter werden die Kästen
gereinigt, repariert, durch neue ersetzt und die Bruterfolge
statistisch erfasst. Auch dabei ist ein erschreckender Verlust an Arten
festzustellen.
Zu einem wichtigen Biotop hat sich im Laufe der Jahre
der Vereinsgarten entwickelt. Hohe alte Kirschbäume und bunte Hecken
mit Weißdorn, Schlehen, Kornelkirsche, Berberitze, Haselnuss,
Schneeball und Holunder bilden den Rahmen für Staudenbeete
und Blumenwiesen. Neben Blühpflanzen, die außerhalb selten
geworden oder sogar verschwunden sind (z.B. Osterluzei und
echte Küchenschelle) werden Pflanzen bevorzugt, die Insekten
Nahrung bieten. Die Böschungen sind mit Trockenmauern befestigt,
auf ihnen gedeihen Sedumarten, Thymian, Steinbrech und
andere Besiedler karger Standorte bestens. Eidechsen,
Blindschleichen und Schlingnatter sind in den Hohlräumen
der Mauern heimisch. Die beiden Teiche bieten den Amphibien in dieser
gewässerarmen Umgebung Gelegenheit zur Reproduktion. Das
große Insektenhotel ist von verschiedenen Wildbienenarten und
Zehrwespen bevölkert.
Einige Bienenvölker leisten Bestäubungsarbeit bei der Obstblüte.
Auch die Verbreitung naturkundlichen Wissens zählen wir
zu unseren Aufgaben. Regelmäßig bieten wir Führungen über unsere
Grundstücke an, und an den Ferienspielen sind wir ebenfalls beteiligt.
Auch im 45. Jahr geht unsere unermüdliche Tätigkeit, wie seit der
Gründung des Vereins,
für Biotop- und Artenschutz weiter.
|