Die Natur erwacht
Die Bäume auf den Streuobstwiesen müssen wir jetzt schneiden, damit sie eine gute Krone ausbilden. Bei diesen Arbeiten auf der Agenda-Streuobstwiese am Letten waren die blühenden Schneeglöckchen nicht zu übersehen. Weil diese Art in allen Gärten früh blüht und manchmal einen spätwinterlichen Schneefall überstehen muss, wird sie auch "Vorwitzchen" genannt. Pessimisten dämpfen die Erwartungen im Hinblick auf einen frühen Frühling, aber die Sonne steigt jeden Tag höher und scheint länger. Auch Gänseblümchen blühen bereits über die gesamte Wiese verstreut. Es handelt sich durchweg um eine durch Auslese für den Garten gezüchtete großblütigere Form, die als Maßliebchen (Bellis) bezeichnet wird. Dieser Spielart ist die Auswilderung am Letten bestens gelungen. Die Botaniker unter uns beachteten aber besonders die in teppichartigen Inseln reichlich blühende Gänsekresse, eine typische Art der Kalkmagerrasen. Der ehemalige Weinberg entwickelt sich also in die erwartete und gewünschte Richtung. Die Obstbäume halten sich noch zurück - bis auf die Dürkheimer Krachmandel. Auch im Vereinsgarten blühen zwei Krachmandeln und die Kornelkirsche. Ebenso Krokusse, Winterlinge und sogar einige Schlüsselblumen.
Die Bienen nützten den sonnigen Tag für Reinigungs- und Erkundungsflüge. Sie haben offenbar den Winter gut überstanden, die Völker sind stark genug und werden sich an diesem idealen Standort weiterentwickeln. Das Brutgeschäft ist offensichtlich schon im Gange, denn die zurückkehrenden Arbeiterinnen bringen Pollen mit. Spender ist vermutlich der Haselstrauch. Auch die Kornelkirsche wird besucht.
Grundschulkinder setzen Obstbaum im Gänzkeitel
Im März, trotz schlechtem Wetter mit Schneematsch, haben die Kinder
der 2b der Grundschule Großsachsen im Rahmen des Projektes
von Frau Rudolph „Das grüne Klassenzimmer“ einen Obstbaum gesetzt.
Ausgesucht wurde eine alte Birnensorte, die Petersbirne.
Dazu mussten die Kinder ein Pflanzloch mit Spaten graben,
einen Pfahl und mit den jungen Baum einsetzen und ihn daran festbinden.
Die Kinder schütteten die Erde zurück ins Pflanzenloch,
gossen mit Wasser den jungen Baum an, geschafft!
Danach haben die Schüler noch die Obstwiese aufgeräumt.
Sie haben gemeinsam die großen Äste zusammen getragen und auf mehrere Haufen gelegt.
Dabei haben sie einen kleinen Reisighaufen gesehen worin ein Igelnest war.
Die Kinder entschieden,, dass zum Schutz des Igels weitere Äste und Reisig
auf das dem Nest gelegt werden sollten!!
Sie sagten: Wir machen einen großen Reisighaufen dass kein Adler
und andere Tiere den Igel holen können!
Also haben sie dann die kleinen Äste und das Reisig die noch von
Obstbaumschneiden herumgelegen sind auf den kleinen Haufen gelegt.
Zum Schutz des Igels, haben die Kinder emsig einen großen Äste- Reisighaufen
geschaffen, mit einer Form des Haufen, der fast wie ein Igel aussieht.
-- (-;
Das war eine beachtenswerte Leistung.
Die Kinder haben das Obstbaum-Projekt mit Elan und
ausdauernd ausgeführt , das war wirklich vorbildlich!
Der Frühling im Vereinsgarten schreitet voran
Das wunderbare Frühlingswetter nützten am Sonntag die aktiven Mitglieder des Vereins zu einer Zusammenkunft an einem ihrer Arbeitsplätze, dem Naturschutzgarten am Kornbuckel. Sie besprachen gemeinsam vor Ort die weitere Ausgestaltung des Biotops. Die Kirschenhochstämme stehen in üppiger Blüte und geben mit einigen ebenfalls blühenden Pflaumenarten den Rahmen für die Staudenpflanzen am Boden. Das sind jetzt Purpurtaubnessel, Ehrenpreis, Lungenkraut, Lerchensporn, Beinwell. Narzissen, Wildtulpen, Veilchen und prächtige Nachtviolen. Die Nachtviolen werden vom Aurorafalter und einem Weißling besucht. Der Lerchensporn ist ein Hinweis auf die Qualität des Standorts. Im Teich ziehen Sumpfdotterblumen die Blicke auf sich.
Die Vögel grenzen mit eifrigem Gesang ihre Reviere ab. Der Star hat seine Bruthöhle in Besitz genommen. An der Insektenwand suchen die Wildbienen nach noch nicht benutzten Brutröhren. Sie erhalten deshalb frische Bündel von Bambusstecken.
Auf einer anderen von uns betreuten Streuobstwiese, dem Agenda 21-Projekt am Letten, haben sich ansehnliche Bestände von Lerchensporn entwickelt. Die beachtlichen Lerchenspornbestände auf der anderen Seite des Apfelbachtals sind schon in der botanischen Literatur beschrieben (S. Demuth). Verstreut blühen auf der Lettenwiese Gänseblümchen und das Scharbockskraut. Der Kriechende Günsel bildet zusammen mit der Gundelrebe Inseln. Auf der Wiese am Gallenberg bestimmen viele Schlüsselblumen das Bild. Die Märzveilchen fallen dagegen nicht so sehr auf. Buschwindröschen säumen den Waldrand. Auf der Obstwiese am Gänskeitel blühen die Bäume. Am Boden ist noch nicht viel zu sehen, bis auf etwas Scharbockskraut und Wiesenschaumkraut. Durch die Pflege der Streuobstwiesen tun wir nicht nur etwas für die Flora. Auf dieser Basis bauen sich artenreiche Ökosysteme auf.
Aktuelles aus dem Naturschutzgarten
Inzwischen haben die meisten Bäume die Blätter entfaltet, am Boden blühen Frühlingsplatterbse, Erdrauch, Frühlingsfingerkraut, rote Lichtnelken und die Knoblauchrauke. An den Wegböschungen außerhalb blüht bereits üppig das Schöllkraut. Von unserer Beinwellsammlung blüht bereits die Unterart officinalis und eine blaublühende Sorte. Auffallend ist eine Kolonie von Nachtviolen. Die Pflanze ist vielen als Silberblatt bekannt, denn nach dem Ausfallen der Samen bleiben die Mittelwände der ovalen Schoten zurück und die locker verzweigten Fruchtstände werden gern zur Dekoration in Gestecken verwendet. An den Kreuzblüten konnten wir mehrere Exemplare des kleinen Kohlweißlings aus der Nähe beobachten. An den Rändern der Teiche ziehen die Sumpfdotterblumen die Blicke auf sich, daneben die Bachnelkenwurz. Die beiden Gartenteiche, ein kleinerer und ein etwas größerer sind uns besonders wichtig, weil der Amphibienschutz von uns schon immer als wichtiges Arbeitsgebiet behandelt wird. Die Bergstraße hat an den Hängen wenig natürliche Stillgewässer. Auch am Kornbuckel gibt es keine natürlichen Gewässer, nur Gartenteiche. Eine Erdkrötenpopulation ist dadurch erhalten geblieben und hat jetzt unseren kleineren Teich mit Laichschnüren versorgt. Geht doch! Auch die Reptilien zeigen sich, Blindschleichen in allen Größen, ein Zauneidechsenmännchen und eine Schlingnatter. Die Aktiven setzten sich unter blühenden Kirschbäumen zusammen, um die weitere Ausgestaltung ihres Naturschutzgartens zu besprechen.
Aber nach wenigen Tagen hat sich das Bild drastisch verändert. Die frischen Blätter der Kirsch-, Apfel- und Birnbäume sind von Frostspannern zerfressen, die Zweige bieten ein trauriges Bild. Zudem hat eine Rotte Wildschweine den Zaun wiederum durchbrochen und bis dahin noch nicht erlebte Verwüstungen angerichtet. Die Wiesenstücke sind durchpflügt und können so später nicht gemäht werden. Die Asternstauden, die im Spätsommer so viele Insekten anlocken und versorgen, liegen mit den Wurzeln nach oben und vertrocknen. Ähnlich sieht es im Kräutergarten aus. Eine Katastrophe, die durch Trockenheit und Mangel an Gießwasser noch verschärft wird.
Orchideen im Wald und auf den Wiesen
Vor der Monatsversammlung im Mai trafen sich die interessierten Aktiven zu einer Biotopbegehung. Ziel war die Wiese am Gallenberg, die von den Schulkindern in "Himmelswiese" umbenannt wurde.
Der Bestand an Helmknabenkraut (Orchis militaris) hat wieder zahlreiche Blütenstände getrieben und weitet sich in der Fläche aus. Das ist den jahrelangen Mäh- und Pflegearbeiten von Wolfgang Maier zu verdanken, der durch die Wolfgang-Maier-Stiftung zudem noch dafür gesorgt, dass dieser bemerkenswerte Trespen-Halbtrockenrasen auch in Zukunft sachgerecht betreut wird. Das wird auch der Kreuzblume nützen, die hier den einzigen bekannten Standort in der Gemarkung hat und reichlich blüht. Über die anderen interessanten und seltenen Arten dieses Magerrasens werden wir zu deren Blütezeit im Spätsommer berichten. Am Waldrand blüht in manchen Jahren dazu noch das Weiße WaldvögleinVogelnestwurz (Neottia nidus avis). Seit 1984 kümmern wir uns um einen kleinen Bestand des Purpurknabenkrauts (Orchis purpurea), der auf ein Vorkommen im Hasengarten unterhalb der Hirschburg zurückgeht. Der Standort wird jährlich von der Saumvegetation befreit und vor Verbuschung bewahrt. Von den 6 kartierten Exemplaren blühten in jedem Jahr etwa die Hälfte, auch 2014 nach 30 Jahren noch. Bei der Hirschburgruine findet sich die Breitblättrige Stendelwurz (Epipactis helleborine), die ein aufmerksamer Beobachter auch verstreut an anderen Stellen in unserem Wald entdecken kann. Das gilt auch für das Große Zweiblatt ( Listera ovata), von dem ein großer Bestand im Naturschutzgebiet Wüstnächstenbach bekannt ist. (Cephalnthera damasonium).
Eine Stunde im Garten
Im Vereinsgarten am Kornbuckel blühen jetzt die Karthäusernelken, der Große Ehrenpreis und die Margeriten. Kürzlich wurden die dort anwesenden Naturschützer von einer Schwanzmeisen Familie beeindruckt. Diese auffälligen, auch als Pfannenstielchen bekannten Meisen streifen nach der Brut noch lange, oft über den Winter hinaus gemeinsam umher. Über ganz Europa verteilt können je nach Zeichnung über 10 verschiedene Rassen unterschieden werden. Das ist nur möglich, wenn die lebhaften Vögelchen still halten. Unsere Besucher gehören mit farbigen Streifen am Kopf einer der südlichen Rassen an. Die Jungvögel tragen allerdings immer die Streifen an den Wangen. Das Nest der Schwanzmeisen ist sehr kunstvoll gebaut; der Lebensraum sind Laubwälder und Parkanlagen.
Am Gartenteich wächst eine Königskerze, die durch zerfressene Blätter auffällt. Beim genaueren Hinsehen wurden zwei Schwalbenschwanzraupen entdeckt. Diese lebhaft gefärbten Raupen mit roten Punkten und schwarzen Bändern auf grünem Grund bevorzugen an sich wilde Möhren und auch Gartenmöhren. Bei Gefahr können sie ein rotes, gabelförmiges Anhängsel hinter dem Kopf ausstülpen, das mit Duftstoffen die Fressfeinde warnt.
Die blaue Holzbiene, eine auffällige Wildbiene
Die mit 20-24 mm Länge größte und auffälligste Wildbiene gilt als selten. Sie bevorzugt als Nahrungsquelle den Blasenstrauch und den Muskatellersalbei, besucht aber auch andere Blüten, z. B. Winterjasmin und Glockenblumen. Der Rumpf ist stahlblau bis schwarz gefärbt, die Flügel violett und braun. Der Lebensraum ist die Streuobstwiese, wo sie Gänge und Brutkammern in morsches Holz nagt. Wir beobachteten dies vor 20 Jahren an zwei alten Birnbäumen. Künstliche Nisthölzer werden ebenfalls angenommen; die Bohrlöcher müssen tief genug und 16 mm weit sein. Die blaue Holzbiene ist als selten und bedroht eingestuft. Sie kommt vor allem in den Flusstälern im Südwesten in Streuobstwiesen unter 500 m vor, im wesentlichen am Rhein und seinen Nebenflüssen. Sie ist auch in den Hausgärten im Siedlungsgebiet zu beobachten. Seit wir einen am Waldrand gefundenen Blasenstrauch vermehrten und auf unseren Streuobstwiesen und im Hausgarten anpflanzten, können wir an dieser bevorzugten Wirtspflanze während der Blütezeit von Mai bis Juli oft mehrere Exemplare gleichzeitig antreffen. Nachdem die beiden großen, morschen Birnbäume inzwischen von den Gartenbesitzern abgeräumt wurden, wollen wir an den Bienenwänden auf unseren Streuobstwiesen auch Totholz in Form von Stämmen oder starken Ästen anbieten.
Magerrasen in voller Blütenpracht
Einen überwältigenden Eindruck, nicht nur für Hobbybotaniker, bietet im Augenblick der Kalkmagerrasen auf dem Gallenberg. Das im Frühsommer von der Helmorchis eingenommene Areal ist vollkommen von violettblauen Taubenskabiosen bedeckt. Stellenweise verdichten prächtige Bestände von Kalkastern im gleichen Farbton das Bild. Einige Exemplare des Doldigen Habichtskrauts und wenige Goldruten liefern einen gelben Kontrast. Die Blüten der Golddistel fallen daneben gar nicht auf. Die jetzt blühenden Arten gehören zur Saumvegetation und können sich auf den Magerrasen nur ausbreiten, wenn nicht beweidet und nur einmal im späten Herbst gemäht wird. Man kann sogar hin und wieder ein Jahr mit dem Mähen aussetzen. Mit diesem Pflegeplan, der sich am Standort Gallenberg so gut bewährt hat, kann man alle Magerrasen artenreicher gestalten. Am Gallenberg liegt allerdings ein besonderer Standort vor. Arten wie die Helmorchis und die Pfirsichblättrige Glockenblume sind für Pflanzensoziologen ein Indiz dafür, dass vor der Wiesennutzung dort der Eichen-Hainbuchenwald die natürliche Vegetationsform war. Die Golddistel gehört zu den Schätzen in unserem Vereinsgarten. Sie sät sich selbst aus und erscheint an verschiedenen Stellen in den Magerrasen und Böschungen. Die Blüten werden von den jetzt frisch geschlüpften Hummelköniginnen besucht, die dort Energie für die Überwinterung tanken. Die Hummelstaaten zerfallen im Herbst nachdem sie Königinnen und Drohnen produziert haben.